Von Anbeginn der Fotografie wurden neben dem künstlerischen Akt auch erotische Fotos hergestellt.
Deren Unterscheidung und Abgrenzung voneinander ist häufig schwierig oder unergiebig. Wo hört das eine auf, wo fängt das andere an?
Deutlicher stellt sich dieses bei pornografischen Fotos dar, deren massenhafte Verbreitung mit dem Aufkommen technischer Vervielfältigung einsetzte. Aktfotografie und
erotische Fotografie stehen immer im Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit, Provokation und dem Verstoß gegen die "guten Sitten" oder die Sexualmoral, in ästhetischer Hinsicht zwischen Kunst und Kitsch.
Die Darstellung primärer Geschlechtsmerkmale unterliegt mittlerweile kaum mehr einem Tabu. Im Gegensatz zur Pornografie verfolgt die Aktfotografie nicht das Ziel den Betrachter zu erregen, zumindest nicht in eindeutig erotischer Hinsicht, was allerdings auch nicht ausgeschlossen werden kann.
In der Aktfotografie unterscheidet man drei grundlegende Darstellungsformen des Aktes: Den "klassischen" Vollakt (einfacher Hintergrund, das Modell ist gänzlich unbekleidet), die Darstellung von Detailansichten (einzelne Details eines Körpers aus der Nähe, anonym und abstrakt, Konzentration auf Formen und Strukturen), sowie den Halbakt (Modell ist teilweise nackt und teilweise verhüllt).
Neben diesen drei Grundformen hat sich die Aktfotografie in zahlreiche Sub-Genres oder Sujets mit verschiedenen spezifischen Techniken aufgefächert.