Der klassizistische Stil des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts entstand aus der Nachahmung der Ideale der griechischen Antike.
Gegen die verschwenderischen und dekorativen Formen und Farben des Rokoko wandten sich die Künstler des Klassizismus mit gradlinigen Formen, die vereinfachend wirkten. Die gesellschaftliche Gesinnung dieser Zeit fand ihren Ausdruck in ernsten und streng moralisierenden Kompositionen. Der Stil dieser Epoche lässt sich in den ersten Jahren gar als puritanisch beschreiben, was auch im konventionellen Umgang mit Erotik und Sexualität bemerkbar ist. Landschafts- und Genrebilder, sowie die beliebte Form des realistischen Porträts ließen offiziell wenig Raum für erotische Darstellungen.
Die lüsterne Salon-Erotik andererseits wurde nach wie vor in einen Kontext eingebettet, der sich jenseits des normalen Lebens abspielte und sich dadurch legitimierte.
Literarisch stand z.B. der Marquis de Sade für diese Epoche, mit seinem anstößigen Roman - Juliette oder Die Leiden der Tugend - das im Frankreich von 1797 spielte und zahlreiche sadomasochistische und bizarre Handlungen enthielt.
|