Die Anhänger der taoistischen Religion strebten nach Lebensverlängerung und Unsterblichkeit des Leibes. Die Mittel dazu waren Atmungstechniken, Zinnobertränke, diätetische Methoden und sexuelle Praktiken. Der Körper sollte so vervollkommnet werden, daß er sich in den Himmel erheben konnte. Alles Unreine mußte also ausgeschieden werden und die ungeläuterten Säfte in reine Lebensessenzen umgewandelt werden.
Das männliche Prinzip, Yang, war im Samen materialisiert, das weibliche Prinzip Yin in den Vaginalsekretionen. Im Gegensatz zu anderen Religionen heiligte man sich nicht durch sexuelle Enthaltsamkeit, sondern beraubte sich so der Abwehrkräfte.
Aber da der Koitus durch seinen hohen Energieverbrauch eher zu einer Schwächung der Lebenskraft führte, wurden die taoistischen Techniken eingeführt, die darin bestanden, die Lust der Partnerin zu wecken, ohne selbst bis zur Ejakulation zu gelangen. So regte der Koitus die Entwicklung der geschlechtlichen Säfte an, aber der Samen ging nicht verloren, sondern gelangte durch das Rückgrat ins Hirn, wo er durch qualitative Veränderung in reine Lebensessenz umgewandelt wurde. |