Tanz in der Schwerelosigkeit: In Lois Greenfields Fotografien scheinen die physikalischen Gesetze außer Kraft gesetzt. Mit einem einzigartigen Gespür für das perfekte Timing arrangiert Greenfield durch die Luft fliegende Tänzer zu beeindruckenden Bildkompositionen. Auf eindrucksvolle Weise lenkt Greenfield dabei die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die enorme Körperkraft, die sich hinter der vermeintlichen Leichtigkeit des Tanzes verbirgt.

Dass sie mit ihrer Bildsprache ausgerechnet die Tanzfotografie revolutionieren würde, hätte Greenfield sich zu Beginn ihrer Karriere nicht träumen lassen. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitet die Anthropologin und Filmemacherin zunächst einige Jahre als Journalistin und Reisefotografin. Eine fotografische Ausbildung kann Greenfield dabei nicht vorweisen, sie ist Autodidaktin. Mit dem Tanz gerät Greenfield erst relativ spät und eher zufällig in Berührung. Im Auftrag einer New Yorker Tageszeitung besucht sie zu Beginn der siebziger Jahre einen Tanzwettbewerb – und sieht sich als Fotografin vor eine völlig neue Herausforderung gestellt. Die Übersetzung tänzerischer Bewegungen in das Medium der Fotografie wird schließlich zum zentralen Thema ihrer Arbeit. Bald reicht es ihr jedoch nicht mehr, die Tänzer auf der Bühne abzulichten. Greenfield will den Fokus noch stärker als zuvor auf die Bewegung selbst richten und inszeniert einzelne Tanzszenen mit professionellen Tänzern nun auch in ihrem eigenen Studio.

Greenfield geht es dabei nicht darum, bestimmte tänzerische Figuren oder Choreografien zu dokumentieren. Vielmehr will sie mit ihren Bildern den „Spirit“, den Geist des Tanzes selbst einfangen. Die Fotografin verzichtet gänzlich auf Bewegungsunschärfe und friert die Tänzer stattdessen in der Bewegung ein. Dabei bildet sie faszinierende Bewegungssequenzen ab, die in Echtzeit so schnell vorüber sind, dass sie mit bloßem Auge kaum wahrnehmbar sind. Greenfield entreißt die bewegten Körper dem Fluss der Zeit und verwirrt damit ganz bewusst die Sinne des Betrachters. So kann manch einer kaum glauben, dass es sich bei Greenfields Fotografien nicht um Fotomontagen, sondern ‚echte‘ Momentaufnahmen handelt.

Greenfield lebt und arbeitet in New York. Zu ihren Auftraggebern zählen zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften wie Vogue, Life, Elle und Vanity Fair sowie weltbekannte Ensembles, etwa das American Ballet Theatre und die Paul Taylor Dance Company. Überaus erfolgreich ist Greenfield auch im Bereich der Werbefotografie. So fotografierte sie in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Kampagnen für internationale Marken, darunter Disney, Pepsi, Rolex und Sony.

Website der Fotografin
www.loisgreenfield.com