Semele (Oratorium von G.F. Händel)

In einer Inszenierung von Barrie Kosky, mit Nicole Chevalier als Semele

Nach der Inszenierung von „Xerxes“ setzt die Komische Oper Berlin mit „Semele“ von Georg Friedrich Händel ihre Reihe von Barockopern-Produktionen fort. Händel selbst bezeichnete sein Werk als Oratorium, dennoch erfüllt „Semele“ alle Kriterien einer Oper, wenn auch nicht im starren Korsett der Opera-seria.

Obwohl in Deutschland selten aufgeführt, gehört „Semele“ weltweit zu den beliebtesten Werken von Georg Friedrich Händel.
Bei der Uraufführung im Februar 1744 im Covent Garden Theater zeigte sich das sonst eher liberale Londoner Publikum angesichts der witzig-erotischen Handlung allerdings leicht schockiert – zumal es zur Fastenzeit wohl eher mit einem religiösen Opus gerechnet hatte. Das Stück war dank großartiger Chor-Auftritte und ausdrucksstarker Arien dennoch ein voller Erfolg.

In der Produktion der Komischen Oper Berlin wird die betörende Titelheldin Semele von Faust-Preis-Gewinnerin Nicole Chevalier verköpert, als Göttervater Jupiter brilliertTenor Allan Clayton. Jupiter eilt seiner Geliebten Semele zu Hilfe, die gegen ihren Willen verheiratet werden soll. Er entführt sie in einen Himmels-Palast, wo die beiden hemmungslos die Freuden der Liebe genießen. Die leidenschaftliche Liaison erweckt jedoch den rasenden Zorn von Jupiters Gattin Juno, dargestellt von Ezgi Kutlu. Sie will Rache und dabei kommt ihr Semeles Sehnsucht nach Unsterblichkeit zugute. In Gestalt von Semeles Schwester Ino überzeugt Juno sie davon, dass sich ihr Streben nur dann erfüllen kann, wenn sich Jupiter ihr in seiner wahren göttlichen Gestalt zeigt. Jupiter versucht vergeblich, Semele von ihrem Wunsch abzubringen, doch sie beharrt darauf.
In den Strahlen von Jupiters Macht verbrennend, erkennt sie schließlich – zu spät – ihren Fehler.

Mit ihrer Inszenierung setzen Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky und sein musikalischer Leiter, Barock-Spezialist Konrad Junghänel, auf das menschliche Drama hinter den göttlichen Ränkespielen. Die Botschaft lautet dabei: »Wen die Götter strafen wollen, dem erfüllen sie seine Wünsche«.

Barrie Kosky sprang Anfang April für die Regisseurin Laura Scozzi ein, die ihre Debut-Arbeit an der Komischen Oper aus gesundheitlichen Gründen nicht fortführen konnte. Ihr Team, Bühnenbildnerin Natacha Le Guen de Kerneizon, Kostümbildnerin Carla Teti und Lichtdesigner Alessandro Carletti, wirkte weiterhin an der Produktion mit.

Georg Friedrich Händel / Semele / Oratorium in drei Akten [1744] / Libretto nach William Congreve
Weitere Infos: Komische Oper Berlin

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