Komische Oper Berlin zeigt Neuinszenierung der Oper Œdipe

Regisseur Evgeny Titov bringt das zweistündige Meisterwerk des Komponisten George Enescu und des Autors Edmond Fleg wieder auf die Bühne. Die Hauptrolle spielt der Bariton Leigh Melrose. An vier Terminen im September gibt es Aufführungen.

George Enescus Opus Magnum „Œdipe“ ist wieder in Berlin. Es ist die erste Neuinszenierung der Oper seit 1996. 2004 war die vorige Version das letzte Mal zu sehen. Jetzt, 17 Jahre später, läuft dieses von Sophokles’ Ödipus-Mythos inspirierte Werk an vier Terminen im September an der Komischen Oper Berlin. Anders als Sophokles haben der Komponist Enescu und Autor Edmond Fleg ihrer Geschichte ein wohlwollendes Ende gegeben.

Aber worum geht es eigentlich in dieser Oper?
Sie beginnt mit einer Feier zur Geburt des Sohns des Königs Laïos (Christoph Späth) und der Königin Jokaste (Karolina Gumos) von Theben. Doch auf König Laïos liegt ein Fluch, da er den Sohn eines Freundes einst entführte. Und so sagt der auf der Feier anwesende, blinde Prophet Tirésias (Jens Larsen) voraus, dass der Königssohn Œdipe seinen Vater erschlagen und seine Mutter heiraten wird.

Geschockt von dieser Nachricht, gibt Laïos sein Kind an einen Hirten, mit dem Auftrag, Œdipe in einer Schlucht zu töten. Doch dort angekommen bringt der Hirte dies nicht übers Herz und übergibt das Baby an den vorbeiziehenden Phorbas. Letztlich wird Œdipe von König Polybos und seiner Frau Mérope (Susan Zarrabi) in Obhut genommen. Als der erwachsene Œdipe (Leigh Melrose) dem Orakel von Delphi ein Opfer bringen möchte, erfährt er, dass es seine Bestimmung ist, seinen Vater zu töten und seine Mutter zu heiraten. Da Mérope ihm versichert, seine leibliche Mutter zu sein, geht Œdipe ins Exil, um dem Schicksal zu entkommen.

Voll Wut und Trauer macht er sich auf den Weg und gerät an einer Kreuzung in eine Auseinandersetzung mit einem Wagenfahrer und dessen Reisegast. Œdipe erschlägt beide, unwissend, dass der Reisende sein Vater König Laïos war. Aus dem Hintergrund ist der alte Hirte Zeuge der Tat.

Œdipe reist weiter nach Theben, das von einer Sphinx tyrannisiert wird. Sie tötet jeden, der ihre Rätsel nicht lösen kann. Œdipe stellt sich ihr absichtlich und gibt auf ihre Frage: „Was ist stärker als das Schicksal?“ die richtige Antwort: „Der Mensch“. Die Sphinx stirb darauf lachend und weinend zugleich. Die Bürger von Theben feiern Œdipe als ihren Retter und die königliche Witwe Jokaste wird ihm zur Frau gegeben. Somit erfüllt er die Prophezeiung, ohne davon zu wissen. Œdipe regiert fort an Theben und zeugt Kinder mit Jokaste. Als nach einigen Jahren die Pest ausbricht, schickt er Jokastes Bruder Créon (Joachim Goltz) zum Orakel von Delphi, um zu erfragen, womit die Stadt die Seuche verdient habe. Dies sei, so das Orakel, die Strafe dafür, dass die Stadt den Mörder Laïos’ beherberge. Durch die Aussagen Phorbas und des Hirten wird Œdipe und Jokaste klar, dass sich die Prophezeiung erfüllt hat. Von Schmach getrieben bringt sich Jokaste um und Œdipe sticht sich die Augen aus. Blind zieht er, von seiner Tochter Antigone an der Hand geführt, aus der Stadt. Die Jahre vergehen. Schließlich bringt Antigone ihren Vater in einen heiligen Hain und er erkennt an ihrer Beschreibung, dass dies seine letzte Ruhestätte sein wird. Unter Flehen Créons, der hinzu eilt, um Œdipe zur Rückkehr nach Theben zu bewegen, begibt sich der Blinde in eine Grotte, um zu sterben. Als helles Licht aus der Grotte strahlt, wissen die Umstehenden, dass Œdipe sein Schicksal überwunden hat und seine Seele rein ist.

Der Komponist George Enescu und der Autor Edmond Fleg schrieben über zwei Jahrzehnte an der Oper Œdipe. Die Musik orientiert sich sowohl beim Impressionismus als auch traditioneller rumänischer Musik, was beispielsweise an der Verwendung von Vierteltönen deutlich wird. Die Uraufführung des Meisterwerks war 1936 in Paris, wo es, trotz seines Erfolgs, nur ein Jahr laufen konnte.

An der Komischen Oper Berlin wird dieses umfassende Werk an fünf Terminen laufen. Gesungen wird – wie im Original – auf Französisch. Für die rund zwei Stunden Spielzeit ist keine Pause vorgesehen. Regisseur ist Evgeny Titov, der bereits 2019 bei den Salzburger Festspielen das Publikum mit seiner Arbeit bei „Sommergäste“ überzeugte. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis.

Termine und Ticketshop der Komischen Oper finden Sie hier: https://www.komische-oper-berlin.de/programm/spielplan/

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