Komische Oper Berlin zeigt Jaques Offenbach: Orpheus in der Unterwelt

Eine Opera Buffon in 2 Akten und 4 Bildern von Jacques Offenbach in der Inszenierung von Barrie Kosky, Musikalische Leitung Adrien Perruchon, Choreographie Otto Pichler, in Kooperation mit den Salzburger Festspielen und der Deutschen Oper am Rhein.

2019 bei den Salzburger Festspielen als erste Operette überhaupt aufgeführt, bietet die Spitzenbesetzung aus Max Hopp als John Styx, Sprechstimme aller Beteiligten, Sydney Mancasola als Eurydike, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke als Pluto und Peter Bording als Jupiter dem Publikum ein hochkarätiges, unglaublich witziges und temporeiches Spektakel.

Orpheus ist ein kleiner untreuer Musiklehrer in Theben, der seiner Frau Eurydike gehörig auf die Nerven geht. Wenn jemand bei seiner Musik weint, dann nicht aus Rührung, sondern aus Verzweiflung und treu ist er auch nicht.
Aristaeus ist eigentlich Pluto, begehrt Eurydike, macht in Honig und den Geliebten. Er braucht einen guten Zeitpunkt, um sie in die Unterwelt zu entführen. Als Gott ist Mann in der Wahl der Mittel ja deutlich im Vorteil, er nimmt sich, was er begehrt, nachdem das Ehepaar mal wieder gestritten hat..
Orpheus fände das nicht wirklich schlimm, wäre da nicht die Öffentliche Meinung, die ihn an seine Ehepflichten erinnert und so macht er sich auf, seine Gattin zurück zu fordern.
Im Olymp wird er von Jupiter erhört und gemeinsam gehen sie in die Unterwelt. Nicht dass der Schwerenöter-Göttervater Gutes für Orpheus im Sinn hätte! Eurydike will er auch.
Der Olymp folgt. Ein solches Entertainment lässt sich die dekadent gelangweilte Götterwelt nicht entgehen.
Am Ende?
Am Ende landet Eurydike im Olymp statt im Hades.Und man wird den Verdacht nicht los, dass sie hier die eigentliche Gewinnerin ist.

Wenn Barrie Kosky Offenbach inszeniert, kann dabei eigentlich nur genau das herauskommen, was dieses vor Spielfreude nahezu unbändigen Ensemble da auf die Bühne zaubert: Ein saukomisches Spektakel, das vollkommen überdreht und absurd frivol erscheint und gleichzeitig die Offenbachsche Kritik an der Doppelmoral und Dekadenz der besseren Gesellschaft des 19ten Jahrunderts witzig und pointiert auf den Punkt interpretiert.
Die großartige Besetzung schafft es, mit einer fast atemberaubenden Leichtigkeit, ein schauspielerisches und stimmgewaltiges Meisterwerk auf die Bühne zu bringen, wahrlich ein Höllenritt. Saukomisch, rasant, mitreißend.
»Max Hopp als synchronsprechender John Styx ist eine hervorragende Besetzung – genauso wunderbar eigenartig wie die Produktion selbst.« [The New York Times]

Termine und Ticketshop der Komischen Oper finden Sie hier: https://www.komische-oper-berlin.de/programm/spielplan/

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