Candide

Musical in zwei Akten von Leonard Bernstein, Neuinszenierung von Barrie Kosky an der Komischen Oper Berlin im Rahmen des „Festival Bernstein 100“ 23.-25.11.2018
Fassung des Royal National Theatre in großer Orchesterbesetzung.

„Wir leben in der besten aller möglichen Welten!“
Das ist das unerschütterliche Credo Candides, wie er es von seinem Lehrer Dr. Pangloss erlernt hat.
Wegen einer Liebesbeziehung zu seiner Cousine Kunigunde aus dem Schloss des reichen Onkels gejagt, erlebt Candide eine Irrfahrt durch die alte und neue Welt, von Westfalen bis Lissabon, von Brasilien bis sogar zum legendären sagenumwobenen Eldorado, und erlebt die Grausamkeiten von Mensch und Natur in Form von Krieg, Korruption und Erdbeben. Nichts, aber auch gar nichts kann seinen Optimismus, seinen Glauben an das Gute in der Welt und im Menschen erschüttern, bis er letztendlich seine Kunigunde endlich wieder sein nennen kann. Er erlebt Tragödien und Überraschungen und hat am Ende eine ganz eigene Formel für seine Glückseligkeit gefunden: „Wir bau´n ein Haus und pflanzen Mut, bis unser Garten blüht!“

Voltaires ironisch bissiges Werk „Candide ou l˺optimisme“ ist die literarische Grundlage für Bernsteins Candide und war seine Antwort auf die im 18. Jahrhundert verbreiteten optimistischen Weltsicht wie die von dem deutschen Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz.

Candide ist eines der unbekannteren Werke Bernsteins. Nachdem es bei der Uraufführung am 01.12.1956 am Martin-Beck-Theatre New York floppte, wurde es jahrelang mit nur mäßigem Erfolg in unterschiedlichen Fassungen und nur selten aufgeführt. Mit der seit 1999 vorliegenden Fassung wieder hat Candide wieder Anschluss an sein literarisches Vorbild und die musikalische Genialität Bernsteins gefunden. Die deutsche Fassung von Martin Berger, die dieser Inszenierung durch Barrie Kosky zugrunde liegt, ist erstmals 2017 in Weimar mit großem Erfolg aufgeführt worden.
Mit der Inszenierung von Barrie Kosky, mit großartigen Akteuren wie Franz Hawlata als „Dr. Pangloss/ Voltaire“, Allan Clayton als „Candide“, Nicole Chevalier als „Kunigunde“ und Anne Sofie von Otter als „die alte Frau“, ist ein Meisterwerk gelungen – spritzig und herrlich ironisch.
Ein würdiges Geburtstagsgeschenk an den meisterlichen Leonard Bernstein.

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