Champignol wider Willen

– französische Verwechslungskomödie unter der Regie des unvergleichlichen Herbert Fritsch

Affäre oder nicht, das ist die Frage, die sich Angèle, gelangweilte Ehefrau des bekannten Malers Champignol, stellt. Saint-Florimond schien diesbezüglich eine gute Idee, aber inzwischen ist sie der Tändeleien überdrüssig und möchte ihn unbedingt loswerden. Doch die Umstände wollen es anders. Mehr noch, sie zwingen Saint-Florimond nicht nur in die Rolle des Ehemannes Champignol ; als dieser muss er auch den Dienst in einer Kaserne antreten. Doch das ist nur der Anfang. Als der echte Champignol in der Kaserne auftaucht, beginnen die Wirrungen erst richtig.

Die „Belle Epoque“ – Komödie des Franzosen George Feydeau (1862-1921) strotzt nur so von Trugschlüssen; geschickt lässt Feydeau die Figuren von einer Verlegenheit in die nächste stolpern; bringt die Skurrilität der Geschichte zu immer neuen Höhepunkten. Und fast hat es den Anschein, als sei das Stück als Steilvorlage für Komödienliebhaber Herbert Fritsch geschrieben, der wie kein anderer zu Höchstform aufläuft, wenn er mit seinen Slapstick die bürgerlichen Fassaden zur Kernschmelze bringen kann.
Seine Inszenierungen, wie zum Beispiel „Murmelmurmel“ oder „Die (s)panische Fliege“ verweigern sich dem üblichen Theaterdiskurs und nichts anderes ist bei „Champignol wider Willen“ zu erwarten. Er, der ehemalige Schauspieler, spielt mit den Darstellern, mit Raum, Licht und Musik. Seine Vorliebe für ausdrucksstarke Minen und Grimassen, die Aberwitzigkeit beim Einsatz von Comedy und Musikelementen, bürsten einen verstaubten Klassiker gegen den Strich, lassen das Skelett der Geschichte stehen, hauchen neues Leben ein und die Kombination von allem strapaziert die Lachmuskeln des Publikums.

Die 1892 in Paris uraufgeführte, spritzige Verwechslungskomödie wird auf der Schaubühne am 24. Oktober 2018 ihre Premiere feiern. In den Kostümen der großartigen Victoria Behr werden unter anderem Bastian Reiber als Saint-Florimond, Florian Anderer als Champignol und Ursina Lardi als Angèle die Lachmuskeln des Publikums strapazieren. Als musikalische Begleitung konnte die Schaubühne, für das unter „Vaudeville“ fallende Stück, Ingo Günther, Taiko Saito und Fabrizio Tentoni gewinnen.

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