Die Gerechten

– ein Drama von Albert Camus am GOЯKI

Russland im Jahre 1905: Eine Gruppe von jungen Menschen – allesamt Mitgleder der sogenannten „Sozialrevolutionären“ – hat akribisch das Attentat auf den Großfürsten Sergej, auch als langjähriger „Diktator von Moskau“ gefürchtet, geplant und vorbereitet. Der Großonkel des Zaren soll sterben, um die verhasste staatliche Tyrannei zu beenden. Doch das Attentat misslingt, denn im entscheidenden Moment zögert der Revolutionär Iwan Kalilajew. In der Kutsche des Großfürsten sitzen auch Kinder und einen Mord an Unschuldigen kann Kalilajew mit seinem Gewissen nicht vereinbaren.

Camus‘ Drama „Die Gerechten“ beruht auf einem wahren politischen Kriminalfall, den der Autor zum Anlass nimmt, um das Publikum mit existenziellen Fragen zu konfrontieren: Wie weit darf man gehen im Kampf für Gerechtigkeit? Gibt es ein Recht auf Tyrannenmord? Ist ein Ideal es wert, sein Leben zu opfern? Wie viele künftige – ebenfalls unschuldige – Opfer nimmt eventuell man in Kauf, weil man zögerte, die Bombe zu werfen? Wo verläuft die Grenze zwischen ideologischer Rechtfertigung und persönlicher Schuld?

Regisseur Sebastian Baumgartner übersetzt diese komplexen Fragestellungen in eine sinnliche Bühnensprache und schafft es mit seiner Inszenierung, diese in den Kontext des 21. Jahrhunderts – dem „Zeitalter des Zorns“ – zu transportieren (Pankaj Mishra: Das Zeitalter des Zorns, Verlage S. Fischer).

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