Verlorene Liebesmühe

Eine Komödie mit Musik nach William Shakespeare in einer Neuinszenierung der Shakespeare-Company Berlin, Übersetzung Christian Leonard.

Es beginnt damit, dass eine platonische „Akademie im Kleinen“ gegründet wird. Nur Studieren, Fasten und natürlich Enthaltsamkeit sollen von nun an für drei Jahre das Leben von Ferdinand, dem König von Navarra, und seinen Hofherren Byron und Dumain bestimmen. Und sie geloben feierlich und enthusiastisch ihre unbedingte und unerschütterliche Gefolgschaft, diese Hofherren, weil es der König nun so will.
Spätestens als kurz darauf die Prinzessin von Frankreich, mit Namen Isabelle, mit ihren Hofdamen Rosaline und Katharine in ihr Leben tritt wird klar, dass dieses Gelöbnis eher der Langeweile als einer Überzeugung entsprungen ist. Die drei Frauen verdrehen Ferdinand und seinen Hofherren gründlich der Kopf und es kommt, wie es kommen muss! Ferdinand und seine Hofherren verlieben sich und ein Reigen aus Verwirrungen, Verwechslungen, Gockeleien und Grotesken nimmt seinen Lauf. Die Herren werden vorgeführt und müssen ihre Lektion lernen, bevor sie ihre Liebe in einem Gelübde an die Frauen besiegeln, dessen Einhaltung ihnen sehr viel leichter fallen dürfte. Die Liebe wird siegen, sogar über das Streben nach Weisheit, wenn auch auf Umwegen. Oder gewinnen Ferdinand und seine Hofherren am Ende mehr Weisheit im echten Leben, als sie es sich für ihre Studien je hätten erträumen können?

Shakespeares lange verschwundene Komödie wird von der Shakespeare-Company Berlin gewohnt rasant und voller Spielfreude auf die Bühne gebracht. Mit Live-Gesang, temperamentvollen Dialogen, schwülstigen Monologen und grandiosen Rollenwechseln wirbeln sie über die Bühne, schwelgen in Mehrdeutigkeiten und jagen sich gegenseitig von einer Pointe zur nächsten. Die moderne Übersetzung lässt die Komödie nichts von der Shakespeareschen Wortgewalt und seinem für ihn typischen Witz einbüßen, sie nimmt den Zauber der Shakespeareschen Sprache einfach mit und macht sie so quasi zeitlos.
Zeitlos wie die Liebe und wie die Tatsache, dass sie einen Narren oder einen Helden aus uns machen kann, manchmal auch Beides. Damals wie heute.

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