Was versteht man unter Posterisation

Bei der Posterisation handelt es sich um einen fotografischen Effekt, der auf Tonwerttrennung und zeitgleicher Ausdehnung des Tonwertumfangs beruht. Posterisation kann bewusst als Mittel der künstlerischen Gestaltung eingesetzt werden, aber auch eine unerwünschte Nebenfolge digitaler Bildbearbeitung darstellen. Der Begriff leitet sich aus der spezifischen Herstellungsweise massenhaft produzierter Poster her, bei der im Druckprozess nur auf eine begrenzte Anzahl von Druckfarben zurückgegriffen wird. Stark posterisierte Fotografien erinnern häufig an Techniken und Darstellungsweisen künstlerischer Arbeiten im Pop-Art Stil. Kennzeichnend sind flächige Optik und abrupte Farbübergänge statt sanfter Farbverläufe. Posterisation kann im Zuge digitaler Bildbearbeitung durch all jene Prozesse verursacht werden, die eine starke Tonwertspreizung zur Folge haben. Dies ist etwa bei der Tonwertkorrektur oder Bearbeitung der Gradationskurven der Fall. Auch Umwandlungen von einem Farbraum in den anderen können zu Posterisation führen. Der sicherste Weg um ungewollte Posterisation zu verhindern, ist die Manipulation der Tonwerte möglichst gering zu halten. Unerwünschte Nebeneffekte lassen sich in dieser Hinsicht am objektivsten über das Histogramm diagnostizieren.

Wird der Tonwertumfang eines Bildes ausgedehnt, so müssen die in die vorhandenen Tonwerte in breiterem Umfang als in der Originaldatei verteilt werden. Dabei entstehen Lücken im Tonverlauf, die sich sichtbar im Histogramm niederschlagen. Deutliches Anzeichen für vorliegende Posterisation sind hier hervorstechende vertikale Spitzen, die an die Zinken eines Kamms erinnern. Die in jedem Bild vorhandenen, aber mit bloßem Auge kaum zu erkennenden Farbstufen, werden durch die Tonwertspreizung auseinander getrieben und treten nun erkennbar hervor. Sanfte Farbabstufungen im Originalmotiv zeigen sich nun als grobe Farbsprünge.

Posterisation tritt daher auch vermehrt in Bildregionen auf, die durch graduelle Farbübergänge gekennzeichnet sind. Diese Regionen werden durch eine Vielzahl von Farbabstufungen beschrieben, wodurch jede Ausdehnung des Histogramms sichtbare Auswirkungen auf die Tonwerte des Bildes haben kann. Ein typisches Beispiel für eine solche empfindliche Bildregion ist etwa die Aufnahme eines ruhigen Himmels.
Deutlich gesenkt werden kann das Risiko unerwünschter Posterisation insgesamt durch eine höhere Farbtiefe. So lassen digitale Dateien mit 16-Bit-Farbtiefe etwa 256 Mal mehr Farbstufen zu als Motive mit einer Farbtiefe von nur 8-Bit. Können Farbverläufe aufgrund unzureichender Farbtiefe nicht detailgetreu wiedergegeben werden, wird hier in Bezug auf die digitale Fotografie häufig auch von Banding gesprochen.